Energie-Psychotherapie & Achtsamkeit

Neues und Hintergründiges aus dem großen Feld der energetischen Psychologie.
Von Klopfakupressur über Intention bis zu Achtsamkeit.

Samstag, 25. Juni 2011

Meditation: Übersicht

(Artikelserie-Meditation, Teil2)

Die Idee, über Meditation, Kontemplation oder ähnliche Methoden Gelassenheit, Gesundheit und tiefere Einsicht in sich selbst und die Schöpfung (oder das Universum) zu bekommen ist uralt. Ich kann nicht behaupten, die frühesten Fundstellen zu kennen, aber alle bekannten Religionen und Philosophien kennen Formen der konzentrierten Innenschau.

Zengärten als Methode & Ausdruck von Achtsamkeit
Meditation heißt also - wenn ich den verschiedenen Quellen glauben darf - "tiefes Nachsinnen". Hm .. spannend. NachSINNEN, nicht Nachdenken. Im Grunde genommen geht es also nicht um konzentriertes Denken, sondern um das Gegenteil. Nicht das Denken an sich soll geschult und trainiert werden, sondern das Nicht-Denken.

Ok ... bereit für eine kleine Übung? Denken Sie jetzt bitte nicht!

Wie lange haben Sie es geschafft, nicht zu denken? Sekunden? Minuten? Überhaupt nicht? Tja ... nicht so einfach. Wir Menschen haben eine genau gegensätzliche Gewohnheit. Wir hören überhaupt nicht auf zu denken. Dauernd laufen in unserem Gehirn Denkschleifen, Bewertungen oder sonstige Denkprozesse ab.



Andererseits sind die wirklich schönen Momente, die im Gedächtnis bleiben, oft genau die, in denen das unablässige Plappern in unserem Kopf zur Ruhe kommt. Wenn Sie bei einem Waldspaziergang auf einer Lichtung im Abendlicht überraschend ein Rehkitz mit seiner Mutter sehen. Oder wenn ein junger Vater sein neu geborenes Baby im Arm hält und es zum ersten Mal die Augen öffnet. Dann ist der Verstand für einen Moment still! Ja, schon gut, ich spreche aus Erfahrung.

Biologisch gebildete Leser könnten sich jetzt melden könnten und darauf hinweisen, dass hier auch veränderte Körper-Chemie eine Rolle spielt. Stimmt. Aber das ist meiner Einschätzung nach kein Problem, sondern eher eine Art Bonus-Track. Stellen Sie sich vor, Sie könnten ein ähnliches Gefühl von Ruhe und Glück bewusst und gezielt erreichen. Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Übung können Sie genau das lernen.

Wenn die Gedanken zur Ruhe kommen, gibt es deutliche neurochemische Veränderungen im Gehirn. Wie eine Untersuchtung von Richard Davidson am "Waisman Laboratory for Brain Imaging and Behaviour" zeigte, steigerte sich die
"neurale Aktivität einen einem [...] für das Glücksempfinden zuständigen Schlüsselzentrum um 700 bis 800 Prozent". (1)
Die Studie betraf sehr erfahrene Meditationsmeister. Sozusagen die Spitzensportler unter den Meditierenden. Aber selbst Neueinsteiger konnten schon Steigerungen um 10 bis 15 Prozent erreichen.

Gute Gründe also, sich mit dem Meditieren zu beschäftigen.

 

Und wie kann das gehen?



Im Grund genommen ist es beim Meditieren wie beim Entspannen. Es ist ganz einfach. Mann mus sich nur genug anstrengen. (Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen.)

Um die Gedanken zu beruhigen, gibt es zwei Haupt-Techniken.

Konzentration oder Achtsamkeit

Bei der Konzentrtions-Meditation werden Worte (Mantras), Bilder oder bestimmte Körperwahrnehmungen verwendet, um die Gedanken immer wieder darauf zu konzentrieren. Bei der Achtsamkeits-Meditation geht es darum "achtsam", aber distanziert zu beobachten, welche Gedanken, Wahrnehmungen und Gefühle auftauchen, ohne sich mit ihnen zu identifizieren.


Und egal, welche Technik Sie verwenden. Hier haben Sie schon eine Folge von Meditation. Sie lernen, dass es ein Bewusstsein gibt, also dass es SIE gibt, jenseits von denken, fühlen und wahrnehmen. Und das ist ausgesprochen wohltuend und heilsam.

Ulrich Ott beschreibt, dass ganz unterschiedlich von der Art der Meditation folgende Erfahrungen mit unterschiedlicher "Tiefe" der Meditation auftauchen (2):
  1. Hindernisse: Unruhe, Langeweile, Motivations-/Konzentrationsprobleme
  2. Entspannung: Wohlbefinden, ruhige Atmung, wachsende Geduld, Ruhe
  3. Konzentration: Achtsamkeit, keine Anhaften an Gedanken, innere MItte, Energiefeld, Leichtigkeit, Einsichten, Gleichmut, Frieden
  4. Essentielle Qualitäten: Klarheit, Wachheit, Liebe, Hingabe, Verbundenheit, Demut, Gnade, Dankbarkeit, Selbstakzeptanz
  5. Nicht-Dualität: Gedankenstille, Einssein, Leerheit, Grenzenlosigkeit, Transzendenz von Subjekt und Objekt
Klingt gut, oder? Wobei ich froh bin, dass auch die wirklichen Profis mit den Hindernissen anfangen. Geht mir auch oft so. Und ich komme meistens nicht über Stufe 3 hinaus.Aber selbst das tut schon gut.

Im nächsten Artikel wird es um die ersten Vorbereitungen gehen.

Link:
Eine nette Übung, um das Denken für einen Moment anzuhalten, findet sich zum Download auf www.quantenheilung.info. (Download)

Quellen:
(1): Yongey Mingyur Rinpoche: Buddha und die Wissenschaft vom Glück. Goldmann-Arkana, 2007 (4), S. 9
(2):  Ulrich Ott: Meditation für Skeptiker. O.W.Barth, 2010, S. 17
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